Schweden » Norrland » Lappland » Sarek
Für den aufgezeichneten Track alleine sollte man schon ca. 12 Tage einplanen mit ein oder 2 Ruhetagen ehr mehr. Wir haben Ihn im Juli/August 2007 begangen.
Wer quer durch den Sarek wandern möchte, sollte genau wissen auf was er sich einlässt. Der Track kann auch nicht in jeder Situation eine Hilfe sein. Erstens wurde er im Energiesparmodus aufgezeichnet (sodass er nicht ganz so genau ist), zweitens kann sich die Situation jederzeit anders darstellen, sodass der aufgezeichnete Track vielleicht nicht mehr so wie aufgezeichnet gangbar ist.
Man bewegt sich auf schlechten, unmarkierten oder eben auf gar keinen Wegen, bzw. sucht sich seinen Weg auch mal selbst. Das ist sehr viel anstrengender als auf guten Wanderwegen! An einigen Stellen muss man Flüsse auch mal ohne Brücke queren. Diese sind nicht nur aufgrund von Schmelzwasser nicht gerade warm, sondern können je nach Wetter durchaus gefährlich oder sogar unpassierbar werden. Improvisation und eine gewisse Reserve an Zeit und Nahrung gehören dazu.
Zu erwähnen ist auch, dass der größte Teil des Tracks nicht mit Handynetz versorgt ist. Bei Problemen kann professionelle Hilfe eine ganze Zeit auf sich warten lassen. Im Sarek selbst gibt es auch nur eine Stelle, die Mikkastugan, ein zentraler Punkt wo wegen der Brücke fast alle Ost- Westwanderer durch müssen, bei der man über ein mit Solarzellen versorgtes Notfunkgerät Hilfe rufen könnte.
Das Wetter ist auch im Sommer recht unberechenbar. Licht gibt es im Sommer fast rund um die Uhr (weil nördlich des Polarkreises). Im August werden die Tage dann schon langsam wieder kürzer. Bestes Wanderwetter gibt es durchaus. Es können aber auch 30°C und nahezu 100% Luftfeuchtigkeit etc. sein. Genauso kann es auch nur 5°C Wind und Regen geben. In den Höhenlagen ist auch im Sommer ein Schneesturm nicht unmöglich. Die Wetterspanne und Zonen reichen von angenehm trocken-warm, über tropisch schwül-warm, über kühl und nass bis arktisch kalt. Die Kleidung sollte entsprechend angepasst sein.
Gute Ausrüstung ist ein muss. Gerade an Rucksack, Zelt, Schlafsack, Nahrung, Stiefeln, Moskitokopfnetz, Wanderstöcke etc. sollte man nicht zu sehr sparen. Ein Mindestmaß an Notfallausrüstung gehört ebenso dazu. Auf eine komplette List verzichte ich hier, da es individuell doch sehr unterschiedlich ist. Zu erwähnen ist nur, dass ich für den aufgezeichneten Track am ersten Tag mit etwas über 37kg gestartet bin. Wovon natürlich ca. 12kg nur Nahrung waren. Brennstoff wird auch weniger, sodass man am Ende der Tour deutlich weniger schleppt.
Die ebenfalls mit in der Datei gespeicherten Wegpunkte stellen erstens mögliche brauchbare Zelt- Lagerplätze sowohl für dem aufgezeichneten Track, als auch für den Padjelanta- bzw. Nordkalottleden dar (nicht auf allen haben wir wirklich selbst gezeltet, sie uns aber als gute Lagerplätze gemerkt). Es ist nicht immer einfach passende zu finden, da nicht nur der Untergrund stimmen muss, sondern es sinnvoller weise auch trinkbares Wasser in der Nähe geben sollte. Zweitens sind auch einige Hütten im Gebiet rund um den Sarek gespeichert. Außer den Fjällstationen handelt es sich i.d.R. jedoch um Selbstversorgerhütten in welchen man i.d.R. auch nichts nachkaufen kann. Bei vielen, nicht allen, Hütten kann man auch in der Nähe gegen eine wesentlich geringere Gebühr, als was eine Hüttenübernachtung kosten würde, zelten und die Hütteneinrichtungen mit nutzen.
o.k. kommen wir zum eigentlichen Track:
Start ist in Kvikkjokk. Im Prinzip kann man sich direkt nach Ankunft mit dem Bus (meist spähter Nachmittag) auf den Weg machen. Genauso wäre es aber möglich noch eine Nacht in der Fjällstation zu verbringen und erst morgens zu starten. Ebenso ist es bis auf weiteres erst mal die letzte Möglichkeit die Vorräte zu ergänzen (allerdings sind Standardlebensmittel fast genauso teuer wie hochwertige und leichte Expeditionsnahrung z.B. von Simpert Reiter aus Deutschland). Wir haben uns dazu entschieden direkt los zu legen und nach einer kürzeren Strecke gleich einen Lagerplatz in der Wildnis zu suchen. Zu erwähnen ist auch, dass im ersten Waldgebiet schwedische Braunbären leben. Diese sind jedoch im Gegensatz zu ihren vom Menschen verdorbenen Verwandten in Nordamerika recht scheu, sodass sie den Menschen (wenn sie ihn bemerken) ehr ausweichen. Dennoch sollte man nicht völlig lautlos durch das Dickicht schleichen und am Lagerplatz auch keine Essensreste rumliegen lassen bzw. noch nicht ausgespülte Töpfe etc. besser nicht mit in das Schlafzelt nehmen!
Am Anfang führt einen der Track auf dem Kungsleden durch normalen Wald mit Nadelbäumen etc., der spähter durch Bergwald (hauptsächlich nordische Birken) ersetzt werden wird. Bei entsprechenden Wetter wird man gleich einen Eindruck davon bekommen wie aggressiv die Moskitos in Lappland sein können. Jedenfalls hatten wir mit dem schweren Gepäck und tropischen Klima zu kämpfen. Vorbei an Partestugan, ein gutes später erreicht man die Baumgrenze. Ein wenig wieder herunter zur Schutzhütte Rittak, die schön zwischen Büschen versteckt gelegen ist. Auch hier lassen sich ein paar schöne Zeltplätze finden. Auf dem weiteren Weg geht es nach einer kleinen Anhöhe wieder hinab in den Wald.
Erreicht man die Schutzhütte am Laitaure (welche keinesfalls Moskitodicht ist). Muss man sich entscheiden, ob man bei schönen nicht zu wendigen Wetter selbst auf die andere Seeseite rudern will oder lieber das Motorboot gegen eine entsprechende Gebühr nimmt. Bei Wind sollte es keine Diskussion geben. Die Strecke über den See beträgt ungefähr 3km und die Wellen können durchaus nicht nur klein sein. Liegt nur ein Ruderboot am Steg hat man eh Pech (es gibt insgesamt 3 Boote, und auf jeder Seite muss mindestens eines für die folgenden Wanderer zurückgelassen werden), denn dann müsste man die Strecke 3 mal rudern, da man zunächst rüber muss, dann ein zweites Bott wieder mit zurückschleppen und schließlich ein drittes mal rüber rudern (das wären dann 9km) was durchaus längere Zeit in Anspruch nehmen kann. Auf der anderen Seeseite wird man bei der Aktsehütte sinnvoller weise eine Nacht verbringen. Der Hüttenwart führt hier ausnahmsweise ein recht gut sortierten kleinen Laden. Hier kann man also durchaus seine Vorräte nochmal um die aufgebrauchte Nahrung ergänzen, oder sich auch ein Dünnbier gönnen, bzw. natürlich auch seinen bisher angefallenen und hoffentlich mit im Rucksack befindlichen Müll fachgerecht entsorgen.
Von hier ab verlässt man den Kungsleden auch weicht der Track nun deutlich von der von den meisten Wanderern bevorzugten Weg in den Sarek ab. Wir haben nicht das Boot den Fluss hinaus bis zum Rand des Sarek genommen, sondern sind mit dem ganzen Gepäck hinauf zum Skierffe. Normaler weise sieht man dort nur Wanderer die eine Tagestour ohne Gepäck hinauf machen um die Aussicht zu genießen. Gutes Wetter vorausgesetzt erwartet einem oben ein super Panoramablick über die Berge des Sarek sowie über das Flussdelta. Eine fast 600m steil abfallende Felswand inklusive. Leider schlug bei uns das Wetter um, sodass wir oben vom Ausblick nicht mehr viel hatten und und uns bei starken Windböen, Regen und 5°C den Weg bis zu unserem Lagerplatz erkämpften. Nachts wurde es rau und das Thermometer sank kurz bis auf -5°C. Tagsüber hielt sich die Temperatur dann knapp über 0°C. Von dort aus suchten wir und nun alleine ohne irgendwelche sichtbaren Pfad oder Trittspuren den Weg nach Westen. Hier gibt es nicht nur Geröllfelder zum überklettern (äußerste Vorsicht!) sondern 2007 auch ausgedehnte Schnee- und Eisfelder die teil bis 30° Steigung erklommen werden mussten. Auch wurden ein paar Flüsse eben auf einem Eisfeld überquert. Auch hier ist Vorsicht sehr angebracht. Sieht es nicht tragfähig genug aus, sollte man lieber auch einen längeren Umweg in Kauf nehmen.
Einmal standen wir vor einer fast 8m hohen steilen Eiswand. Da wir auf alpine Eisausrüstung wie Pickel, Seil, Gurt oder Steigeisen etc. aus Gewichtsgründen verzichtet hatten, mussten wir einen Umweg, der uns einen halben Tag kostete in Kauf nehmen. Übrigens eine entsprechende Sonnenbrille (Gletscherbrille), kann bei blauem Himmel durchaus von Nöten sein. Insgesammt hatten wir die Tage auf der Höhe mit dem Wetter Pech. Hier konnten wir das GPS-Gerät sehr gut gebrauchen. Teils standen wir im Nebel mit nur 10m Sicht. Ohne GPS, hätte man sinnvoller weise nur das Zelt aufbauen können oder wäre das Risiko eingegangen mit Kompass und Karte herumzuirren. Durch den Wald am Flussdelta wäre der Weg bei Regen und Nässe jedoch bestimmt auch nicht angenehmer gewesen.
Jedenfalls querten wir kurz bevor es wieder in das Tal ging noch durch einen Fluss. Obwohl ich nicht gerade klein bin, kann man die schließlich entdeckte Furt durchaus als Unterhosenfurt bezeichnen (allerdings lieber eine Stelle wo es etwas tiefer ist nehmen, als starke reißende Strömung riskieren). Gerade beim Furten von Flüssen hat es im Sarek schon tödliche Unfälle gegeben! Auch Wanderstöcke helfen hierbei ungemein. Außerdem sollte man nicht barfuß furten. Das Wasser ist so kalt, dass man kaum Gefühl an den Füßen hat. Man könnte sich an einem Stein den halben Fuß aufschlitzen ohne es sofort zu merken. Wir haben dafür Trekkingsandalen mitgenommen, welche auch am Lagerplatz sobald man aus den Bergstiefeln raus ist gute Dienste leisten können. Nach dem Furten insbesondere bei kaltem Wetter, sollte man nachdem man die Stiefel wieder an hat, durchaus eine kleine Zwischenmahlzeit (ein Energieriegel etc.) zu sich nehmen. Das bringt Energie und man wird gleich merken wie der Körper anfängt deutlich Wärme zu produzieren. Hier an der Furt trafen wir übrigens die Einzigsten anderen Wanderer auf der Höhe seit dem Skierffe.
Kurze Zeit später ging es an einem Kamm entlang wieder in das bewaldete Tal hinab. Unten schlugen wir uns durch das weglose Dickicht um eine Sumpffläche herum. Nach einer weiteren Übernachtung an einem gut brauchbaren einsamen Lagerplatz erreichten wir wieder den normalen leicht ausgetretenen Pfad, den die meißten Sarekwanderer, welche sich mit dem Boot absetzen lassen, nehmen. Das nasse Wetter, wenn auch wärmer setzte uns auch hier zu (fast mehr als auf der Höhe). In Regenklamotten wenn auch Goretex schwitzte man schon nach ein paar Schritten. Ohne wären die Hosen durch die ganzen Zweige schnell so nass gewesen, dass das Wasser in die Stiefel heruntergelaufen wäre. Kurz bevor es wieder auf die Höhe über einen Pass geht, muss ein weiterer Fluss gefurtet werden. Da es die ganzen vorherigen Tage geregnet hatte, konnten wir die Furt nicht ohne das Leben zu riskieren in Angriff nehmen. Wir zelteten kurz davor und querten den Fluss ganz früh am nächsten Morgen mit deutlich niedrigeren Wasserstand (morgens sind durch die kalten Nächte die Pegel i.d.R. immer niedriger, da fast alle Flüsse von Schmelzwasser gespeist werden, wo halt Regen dann noch obendrauf kommt)
Von nun an besserte sich das Wetter :-), auch wenn es den einen oder anderen Schauer natürlich schon noch gab, so erlebten wir ein paar Tage mit Bilderbuchwetter. Auf dem Weg vom Pass wieder hinunter ins Tal wartet noch eine kleine Überraschung auf. Den Weg kann man hier schon teilweise mit einem leichten Klettersteig vergleichen. Mit entsprechenden Gepäck durchaus fordernd!
Anschließend geht es auf teilweise sichtbaren Pfadspuren bis zur Brücke an der Mikkastugan. Die Mikkastugan ist eine reine Nothütte inklusive Nottelefon. 2007 war der Aufenthaltsraum (Winterraum) geschlossen. Auch die Müllsammelstelle ist inzwischen geschlossen, sodass alle verantwortungsbewussten Wanderer Ihren Müll bis fast zum Ende der Tour mitschleppen müssen. Verständlich ist es dennoch, da der Müll hier vorher nur mit dem Hubschrauber abtransportiert werden kannte.
Hier an der Mikkastugan wird man i.d.R. auch einige andere Wanderer treffen, da es der einzigste zentrale Punkt ist, wo der große reißende unfurtbare Fluss überquert werden kann.
Von der Mikkastugan aus geht es dann weiter das Ruohtesvagge entlang auf den Gisuris zu, welchen man rechts mit herlichem Blick auf die Ahkka umrundet.
Auf dem Weg sahen wir einige Rehntierherden. Eine belästigte uns auch Nachts und umrundete pausenlos unsere Zelte.
Mit dem Dreiparkspunkt verlässt man den Sarek wieder und macht sich auf dem nach dem schwierigen Sarek fast wie eine Rennstrecke zu laufenden Padjelantaleden auf nach Akkastugorna bzw. Aenonjalme, wo man das vom STF betriebenen Boot rüber zur Fjällstation Ritsem nimmt. Kurz vor dem Anleger gibt es eine Art Café. Den Kaffee kann man nach der Tour wirklich gebrauchen. Und die Forellen aus dem extrem sauberen Wasser sind mit unseren nicht annähernd zu vergleichen.
I.d.R wird man sich eine Übernachtung in Ritsem gönnen und nach langer Zeit eine warme Dusche genießen (auch um auf der Rückfahrt nicht die anderen Fahrgäste zu belästigen).
Wer quer durch den Sarek wandern möchte, sollte genau wissen auf was er sich einlässt. Der Track kann auch nicht in jeder Situation eine Hilfe sein. Erstens wurde er im Energiesparmodus aufgezeichnet (sodass er nicht ganz so genau ist), zweitens kann sich die Situation jederzeit anders darstellen, sodass der aufgezeichnete Track vielleicht nicht mehr so wie aufgezeichnet gangbar ist.
Man bewegt sich auf schlechten, unmarkierten oder eben auf gar keinen Wegen, bzw. sucht sich seinen Weg auch mal selbst. Das ist sehr viel anstrengender als auf guten Wanderwegen! An einigen Stellen muss man Flüsse auch mal ohne Brücke queren. Diese sind nicht nur aufgrund von Schmelzwasser nicht gerade warm, sondern können je nach Wetter durchaus gefährlich oder sogar unpassierbar werden. Improvisation und eine gewisse Reserve an Zeit und Nahrung gehören dazu.
Zu erwähnen ist auch, dass der größte Teil des Tracks nicht mit Handynetz versorgt ist. Bei Problemen kann professionelle Hilfe eine ganze Zeit auf sich warten lassen. Im Sarek selbst gibt es auch nur eine Stelle, die Mikkastugan, ein zentraler Punkt wo wegen der Brücke fast alle Ost- Westwanderer durch müssen, bei der man über ein mit Solarzellen versorgtes Notfunkgerät Hilfe rufen könnte.
Das Wetter ist auch im Sommer recht unberechenbar. Licht gibt es im Sommer fast rund um die Uhr (weil nördlich des Polarkreises). Im August werden die Tage dann schon langsam wieder kürzer. Bestes Wanderwetter gibt es durchaus. Es können aber auch 30°C und nahezu 100% Luftfeuchtigkeit etc. sein. Genauso kann es auch nur 5°C Wind und Regen geben. In den Höhenlagen ist auch im Sommer ein Schneesturm nicht unmöglich. Die Wetterspanne und Zonen reichen von angenehm trocken-warm, über tropisch schwül-warm, über kühl und nass bis arktisch kalt. Die Kleidung sollte entsprechend angepasst sein.
Gute Ausrüstung ist ein muss. Gerade an Rucksack, Zelt, Schlafsack, Nahrung, Stiefeln, Moskitokopfnetz, Wanderstöcke etc. sollte man nicht zu sehr sparen. Ein Mindestmaß an Notfallausrüstung gehört ebenso dazu. Auf eine komplette List verzichte ich hier, da es individuell doch sehr unterschiedlich ist. Zu erwähnen ist nur, dass ich für den aufgezeichneten Track am ersten Tag mit etwas über 37kg gestartet bin. Wovon natürlich ca. 12kg nur Nahrung waren. Brennstoff wird auch weniger, sodass man am Ende der Tour deutlich weniger schleppt.
Die ebenfalls mit in der Datei gespeicherten Wegpunkte stellen erstens mögliche brauchbare Zelt- Lagerplätze sowohl für dem aufgezeichneten Track, als auch für den Padjelanta- bzw. Nordkalottleden dar (nicht auf allen haben wir wirklich selbst gezeltet, sie uns aber als gute Lagerplätze gemerkt). Es ist nicht immer einfach passende zu finden, da nicht nur der Untergrund stimmen muss, sondern es sinnvoller weise auch trinkbares Wasser in der Nähe geben sollte. Zweitens sind auch einige Hütten im Gebiet rund um den Sarek gespeichert. Außer den Fjällstationen handelt es sich i.d.R. jedoch um Selbstversorgerhütten in welchen man i.d.R. auch nichts nachkaufen kann. Bei vielen, nicht allen, Hütten kann man auch in der Nähe gegen eine wesentlich geringere Gebühr, als was eine Hüttenübernachtung kosten würde, zelten und die Hütteneinrichtungen mit nutzen.
o.k. kommen wir zum eigentlichen Track:
Start ist in Kvikkjokk. Im Prinzip kann man sich direkt nach Ankunft mit dem Bus (meist spähter Nachmittag) auf den Weg machen. Genauso wäre es aber möglich noch eine Nacht in der Fjällstation zu verbringen und erst morgens zu starten. Ebenso ist es bis auf weiteres erst mal die letzte Möglichkeit die Vorräte zu ergänzen (allerdings sind Standardlebensmittel fast genauso teuer wie hochwertige und leichte Expeditionsnahrung z.B. von Simpert Reiter aus Deutschland). Wir haben uns dazu entschieden direkt los zu legen und nach einer kürzeren Strecke gleich einen Lagerplatz in der Wildnis zu suchen. Zu erwähnen ist auch, dass im ersten Waldgebiet schwedische Braunbären leben. Diese sind jedoch im Gegensatz zu ihren vom Menschen verdorbenen Verwandten in Nordamerika recht scheu, sodass sie den Menschen (wenn sie ihn bemerken) ehr ausweichen. Dennoch sollte man nicht völlig lautlos durch das Dickicht schleichen und am Lagerplatz auch keine Essensreste rumliegen lassen bzw. noch nicht ausgespülte Töpfe etc. besser nicht mit in das Schlafzelt nehmen!
Am Anfang führt einen der Track auf dem Kungsleden durch normalen Wald mit Nadelbäumen etc., der spähter durch Bergwald (hauptsächlich nordische Birken) ersetzt werden wird. Bei entsprechenden Wetter wird man gleich einen Eindruck davon bekommen wie aggressiv die Moskitos in Lappland sein können. Jedenfalls hatten wir mit dem schweren Gepäck und tropischen Klima zu kämpfen. Vorbei an Partestugan, ein gutes später erreicht man die Baumgrenze. Ein wenig wieder herunter zur Schutzhütte Rittak, die schön zwischen Büschen versteckt gelegen ist. Auch hier lassen sich ein paar schöne Zeltplätze finden. Auf dem weiteren Weg geht es nach einer kleinen Anhöhe wieder hinab in den Wald.
Erreicht man die Schutzhütte am Laitaure (welche keinesfalls Moskitodicht ist). Muss man sich entscheiden, ob man bei schönen nicht zu wendigen Wetter selbst auf die andere Seeseite rudern will oder lieber das Motorboot gegen eine entsprechende Gebühr nimmt. Bei Wind sollte es keine Diskussion geben. Die Strecke über den See beträgt ungefähr 3km und die Wellen können durchaus nicht nur klein sein. Liegt nur ein Ruderboot am Steg hat man eh Pech (es gibt insgesamt 3 Boote, und auf jeder Seite muss mindestens eines für die folgenden Wanderer zurückgelassen werden), denn dann müsste man die Strecke 3 mal rudern, da man zunächst rüber muss, dann ein zweites Bott wieder mit zurückschleppen und schließlich ein drittes mal rüber rudern (das wären dann 9km) was durchaus längere Zeit in Anspruch nehmen kann. Auf der anderen Seeseite wird man bei der Aktsehütte sinnvoller weise eine Nacht verbringen. Der Hüttenwart führt hier ausnahmsweise ein recht gut sortierten kleinen Laden. Hier kann man also durchaus seine Vorräte nochmal um die aufgebrauchte Nahrung ergänzen, oder sich auch ein Dünnbier gönnen, bzw. natürlich auch seinen bisher angefallenen und hoffentlich mit im Rucksack befindlichen Müll fachgerecht entsorgen.
Von hier ab verlässt man den Kungsleden auch weicht der Track nun deutlich von der von den meisten Wanderern bevorzugten Weg in den Sarek ab. Wir haben nicht das Boot den Fluss hinaus bis zum Rand des Sarek genommen, sondern sind mit dem ganzen Gepäck hinauf zum Skierffe. Normaler weise sieht man dort nur Wanderer die eine Tagestour ohne Gepäck hinauf machen um die Aussicht zu genießen. Gutes Wetter vorausgesetzt erwartet einem oben ein super Panoramablick über die Berge des Sarek sowie über das Flussdelta. Eine fast 600m steil abfallende Felswand inklusive. Leider schlug bei uns das Wetter um, sodass wir oben vom Ausblick nicht mehr viel hatten und und uns bei starken Windböen, Regen und 5°C den Weg bis zu unserem Lagerplatz erkämpften. Nachts wurde es rau und das Thermometer sank kurz bis auf -5°C. Tagsüber hielt sich die Temperatur dann knapp über 0°C. Von dort aus suchten wir und nun alleine ohne irgendwelche sichtbaren Pfad oder Trittspuren den Weg nach Westen. Hier gibt es nicht nur Geröllfelder zum überklettern (äußerste Vorsicht!) sondern 2007 auch ausgedehnte Schnee- und Eisfelder die teil bis 30° Steigung erklommen werden mussten. Auch wurden ein paar Flüsse eben auf einem Eisfeld überquert. Auch hier ist Vorsicht sehr angebracht. Sieht es nicht tragfähig genug aus, sollte man lieber auch einen längeren Umweg in Kauf nehmen.
Einmal standen wir vor einer fast 8m hohen steilen Eiswand. Da wir auf alpine Eisausrüstung wie Pickel, Seil, Gurt oder Steigeisen etc. aus Gewichtsgründen verzichtet hatten, mussten wir einen Umweg, der uns einen halben Tag kostete in Kauf nehmen. Übrigens eine entsprechende Sonnenbrille (Gletscherbrille), kann bei blauem Himmel durchaus von Nöten sein. Insgesammt hatten wir die Tage auf der Höhe mit dem Wetter Pech. Hier konnten wir das GPS-Gerät sehr gut gebrauchen. Teils standen wir im Nebel mit nur 10m Sicht. Ohne GPS, hätte man sinnvoller weise nur das Zelt aufbauen können oder wäre das Risiko eingegangen mit Kompass und Karte herumzuirren. Durch den Wald am Flussdelta wäre der Weg bei Regen und Nässe jedoch bestimmt auch nicht angenehmer gewesen.
Jedenfalls querten wir kurz bevor es wieder in das Tal ging noch durch einen Fluss. Obwohl ich nicht gerade klein bin, kann man die schließlich entdeckte Furt durchaus als Unterhosenfurt bezeichnen (allerdings lieber eine Stelle wo es etwas tiefer ist nehmen, als starke reißende Strömung riskieren). Gerade beim Furten von Flüssen hat es im Sarek schon tödliche Unfälle gegeben! Auch Wanderstöcke helfen hierbei ungemein. Außerdem sollte man nicht barfuß furten. Das Wasser ist so kalt, dass man kaum Gefühl an den Füßen hat. Man könnte sich an einem Stein den halben Fuß aufschlitzen ohne es sofort zu merken. Wir haben dafür Trekkingsandalen mitgenommen, welche auch am Lagerplatz sobald man aus den Bergstiefeln raus ist gute Dienste leisten können. Nach dem Furten insbesondere bei kaltem Wetter, sollte man nachdem man die Stiefel wieder an hat, durchaus eine kleine Zwischenmahlzeit (ein Energieriegel etc.) zu sich nehmen. Das bringt Energie und man wird gleich merken wie der Körper anfängt deutlich Wärme zu produzieren. Hier an der Furt trafen wir übrigens die Einzigsten anderen Wanderer auf der Höhe seit dem Skierffe.
Kurze Zeit später ging es an einem Kamm entlang wieder in das bewaldete Tal hinab. Unten schlugen wir uns durch das weglose Dickicht um eine Sumpffläche herum. Nach einer weiteren Übernachtung an einem gut brauchbaren einsamen Lagerplatz erreichten wir wieder den normalen leicht ausgetretenen Pfad, den die meißten Sarekwanderer, welche sich mit dem Boot absetzen lassen, nehmen. Das nasse Wetter, wenn auch wärmer setzte uns auch hier zu (fast mehr als auf der Höhe). In Regenklamotten wenn auch Goretex schwitzte man schon nach ein paar Schritten. Ohne wären die Hosen durch die ganzen Zweige schnell so nass gewesen, dass das Wasser in die Stiefel heruntergelaufen wäre. Kurz bevor es wieder auf die Höhe über einen Pass geht, muss ein weiterer Fluss gefurtet werden. Da es die ganzen vorherigen Tage geregnet hatte, konnten wir die Furt nicht ohne das Leben zu riskieren in Angriff nehmen. Wir zelteten kurz davor und querten den Fluss ganz früh am nächsten Morgen mit deutlich niedrigeren Wasserstand (morgens sind durch die kalten Nächte die Pegel i.d.R. immer niedriger, da fast alle Flüsse von Schmelzwasser gespeist werden, wo halt Regen dann noch obendrauf kommt)
Von nun an besserte sich das Wetter :-), auch wenn es den einen oder anderen Schauer natürlich schon noch gab, so erlebten wir ein paar Tage mit Bilderbuchwetter. Auf dem Weg vom Pass wieder hinunter ins Tal wartet noch eine kleine Überraschung auf. Den Weg kann man hier schon teilweise mit einem leichten Klettersteig vergleichen. Mit entsprechenden Gepäck durchaus fordernd!
Anschließend geht es auf teilweise sichtbaren Pfadspuren bis zur Brücke an der Mikkastugan. Die Mikkastugan ist eine reine Nothütte inklusive Nottelefon. 2007 war der Aufenthaltsraum (Winterraum) geschlossen. Auch die Müllsammelstelle ist inzwischen geschlossen, sodass alle verantwortungsbewussten Wanderer Ihren Müll bis fast zum Ende der Tour mitschleppen müssen. Verständlich ist es dennoch, da der Müll hier vorher nur mit dem Hubschrauber abtransportiert werden kannte.
Hier an der Mikkastugan wird man i.d.R. auch einige andere Wanderer treffen, da es der einzigste zentrale Punkt ist, wo der große reißende unfurtbare Fluss überquert werden kann.
Von der Mikkastugan aus geht es dann weiter das Ruohtesvagge entlang auf den Gisuris zu, welchen man rechts mit herlichem Blick auf die Ahkka umrundet.
Auf dem Weg sahen wir einige Rehntierherden. Eine belästigte uns auch Nachts und umrundete pausenlos unsere Zelte.
Mit dem Dreiparkspunkt verlässt man den Sarek wieder und macht sich auf dem nach dem schwierigen Sarek fast wie eine Rennstrecke zu laufenden Padjelantaleden auf nach Akkastugorna bzw. Aenonjalme, wo man das vom STF betriebenen Boot rüber zur Fjällstation Ritsem nimmt. Kurz vor dem Anleger gibt es eine Art Café. Den Kaffee kann man nach der Tour wirklich gebrauchen. Und die Forellen aus dem extrem sauberen Wasser sind mit unseren nicht annähernd zu vergleichen.
I.d.R wird man sich eine Übernachtung in Ritsem gönnen und nach langer Zeit eine warme Dusche genießen (auch um auf der Rückfahrt nicht die anderen Fahrgäste zu belästigen).






