Unsere heutige Tour lautet: "Wie kann man sich so irren?"
Wo könnte das sein?
Richtig, das ist diesmal recht schwer zu erraten.
Auch Universalgenies wie z.B. Goethe haben sich manchmal geirrt. Goethe war auch auf dem Gebiet der "Geologie" bewandert und da irrte er.
Der Platz am Rehberger Graben, wo er sich irrte, heißt heute Goetheplatz.
Auszug aus Wikioedia https://de.wikipedia.org/wiki/Rehberger_Graben
"Auch Goethe wanderte 1783 (2. Harzreise) und 1784 (3. Harzreise) auf diesem Weg. Er ließ sich vom Vizeberghauptmann Friedrich Wilhelm Heinrich von Trebra den am heutigen Goetheplatz (ein ehemaliger Steinbruch zur Gewinnung der Abdeckplatten für den Rehberger Graben) von diesem entdeckten Kontakt zwischen Granit (einem ultrasauren magmatischen Gestein) und einer metamorphen Grauwacke, dem Hornfels, zeigen (siehe Inschrift auf dem Schild am Goetheplatz).
Trebra ließ zwei große Stücke aus dem Kontakt am Rehberger Graben herauspräparieren und schenkte sie Goethe 30 Jahre später, der sie in zwei Kaffeetische hat einarbeiten lassen. Einer davon ist auf dem Schild am Goetheplatz abgebildet und befindet sich heute in der Mineralogischen Sammlung der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Der zweite Tisch befindet sich heute im 1. Obergeschoss von Goethes Gartenhaus in Weimar.
Goethe war seinerzeit ein Anhänger des Neptunismus, der Theorie, die behauptet, dass alle Gesteine aus den Weltmeeren kommen. Er beobachtete am freigeliegenden Felsen, wie sich durch das Eindringen glutflüssigen Granites in das ältere Schiefer- und Grauwackengestein der sehr harte und zähe Hornfels gebildet hatte. Er meinte, dass diese Stelle den Neptunismus belege, da der Granit als Urgestein aus dem Meer (wohl wegen des körnigen Aufbaus aus den Bestandteilen Quarz, Feldspat und Glimmer) von einem ebenfalls aus dem Meer stammenden körnigen Gestein, der Grauwacke überlagert wird. Er irrte, da der Granit als magmatisches Gestein zur Grauwacke vor 295 Mio. Jahren aufstieg und diese Grauwacke dann metamorph zum Hornfels umwandelte. Erst kurz vor seinem Tod korrigierte Goethe seine Ansicht, die nicht mehr zu halten war.
Im Mai 2010 wurde der Goetheplatz als Harzer Geotop des Jahres ausgewiesen."
Anforderungen?
- mittelschwere Tour (2 Stiefel)
- Kondition kann nicht verkehrt sein
- Jeder wandert auf eigene Gefahr!
- ca. 14,5 km und ca. 300 Höhenmeter
- Trittsicherheit (kann nie schaden)
- Schwindelfreiheit (kann nie schaden)
- gleichmäßig, situativ angepasst mit Zeit zum Schauen und dennoch zügig und bedacht werden wir diese Aufgabe meistern
Was erwartet uns?
- Eine Wanderung mit geologischem Hintergrund (Goethe) mitten im Oberharzer Wasseregal (Rehberger Grabenhaus) und mindestens 2 Stempel der Harzer Wandernadel usw.
- Start beim Parkplatz Dreibrodesteine
- Dreibrodestraße
- Werner-Grubmeyer-Weg
- Dreibrodestein mit dem Stempel 154 der Harzer Wandernadel
- Waager Planweg - um den Berg Waage (721 m) herum
- Fischbachstr.
- Querung des Sonnenberger Grabenweges
- vorbei am ehemaligen Internationalen Haus Sonnenberg
- Harzburger Weg
- Pause mit Pausenbank bei der Querung des Rehberger Weges
- Das Rehbergmoor lassen wir rechts liegen.
- Rehberger Planweg
- Hohe-Klippen-Weg recht anspruchsvoll und steil hinab zum Goetheplatz.
- Goetheplatz
- Rehberger Grabenweg
- Vorbei an der sog. Teufelspiste mit Skihütte
- Rehberger Grabenhaus mit der Stempelstelle 155 der Harzer Wandernadel
(hier kehrten wir ein - diese Zeit ca. 1 h 15 min ist in der Gesamtzeit enthalten) - Wieder hinauf zum Parkplatz Dreibrodestein.
Was ist zu beachten?
- Festes Schuhwerk
- Wanderstöcke (wer mag)
- Der Witterung angepasste Kleidung.
- Der Bergschirm von Göbel für alle Fälle.
- Ein Hut oder sonst. Kopfbedeckung
- Rucksackverpflegung und genügend zu trinken (lieber 1 Liter mehr als zu wenig) (Erste richtige Pause i.d.R. nach ca. der Hälfte der Strecke.)
Evtl. eine Einkehr unterwegs?
- Unterwegs machen wir eine Pause. Ob unterwegs jedoch die Gelegenheit besteht, etwas zum Trinken oder zum Essen zu kaufen, bleibt abzuwarten.
- Evtl. kehren wir zum Ende der Tour hier ein:
- https://www.rehbergergrabenhaus.de/
Nationalparkgaststätte Rehberger Grabenhaus
Mario Helmholz
Rehberger Grabenhaus 1
37444 Sankt Andreasberg
Telefon: 05582789
Weitere Links:
- https://de.wikipedia.org/wiki/Rehberger_Graben
- https://de.wikipedia.org/wiki/Sankt_Andreasberg
- https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Dreibrodesteine_bei_Sankt_Andreasberg.jpg
Anmerkungen zur heutigen Tour:
Heute hatten wir eine hohe Beteiligung an der Wanderung. Das Wetter war eher bedeckt und trocken. Es sollte erst abends regnen. Auch war es eher etwas kühler für die Jahreszeit (so um die 20 Grad) - ideales Wanderwetter für meinen Geschmack.
Die Tour sah so harmlos aus. Zwei Stempelstellen der Harzer Wandernadel (einmal beim Dreibrodestein und einmal beim Rehberger Grabenhaus) wollten wir erreichen. Unterwegs wechselten sich breitere Wege und schmale zum Teil schon fast zugewachsene Pfade einander ab. Auch etwas Höhenmeter galt zu überwinden.
Die große Frage war, ob der Hohe-Klippen-Weg hinab zum Goetheplatz wieder begehbar ist. War er - zum Glück. Er wurde auf dem Hinweisschild als "beschwerlich" beschrieben. War er auch. Zumindest war hier Konzentration erforderlich, denn es gab rutschschiges Wurzelwerk wie auch Steine und zum Schluss hin wurde er immer steiler. An einer Stelle war er aufgeweicht und auch sehr rutschig - Ausrutschgefahr!
Zum Glück kamen alle heil unten an und wir standen vor der Felswand, wo auch einst Goethe gestanden haben muss, als er mit seiner Theorie zur Entstehung der Steine sich geirrt haben muss.
Weiter ging es zum Rehberger Grabenhaus. Hier kehrten wir ein. Es gab leckere Linsensuppe mit Würstchen, Puffer etc.
Uns hat es geschmeckt.
Wir waren uns einig, dass es eine Sonntagswanderung war mit dem gewissen Etwas. Doch nicht so harmlos, wie angenommen.
Tour Galerie
Tour Karte und Höhenprofil
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